Espada y Daga (auch “punta y daga”) ist heutzutage eine Disziplin innerhalb verschiedener Systeme der Filipino Martial Arts (FMA), die auf die spanische Schwertfechtschule der Renaissance zurückgeht. Die Schwerter jener Zeit waren recht schwer, was es beinahe unmöglich machte, offensive und defensive Techniken schnell mit einander zu kombinieren. Hinzu kam, dass sich auf den Schlachtfeldern jener Zeit verschiedene Waffenarten gegenüberstanden. Im während des Verlaufes so eines Gemetzels immer chaotischer werdenden Getümmel musste der Schwertkämpfer auch mit Unbewaffneten und Messerangriffen klarkommen. Daher trug man in der freien Hand einen kurzen Dolch, um die Angriffe des Gegners parieren oder blockieren zu können.Bereits Legazpi rekrutierte nach dem alten Prinzip „Teile und herrsche“ philippinische Eingeborene als Hilfstruppen für seine Kriege zur Unterwerfung widerständischer Stämme. Diese wurden in der europäischen Kriegskunst ausgebildet, was schlussendlich zum Verschmelzen einheimischer Stile mit dem modernen System führte.
Als die fortschreitende Verbesserung und Verbreitung der Feuerwaffe das Tragen von Rüstungen unnötig machte, wurden auch die Hieb- und Stichwaffen leichter und wendiger. Der europäische Adel entwickelte das elegante Rapier oder Reitschwert, das zum Teil noch immer von einem Parierdolch unterstützt wurde. Obwohl diese Art des zivilen Fechtens
mitunter mit dem Espada y Daga in Verbindung gebracht wird, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Filipinos von den selbstherrlichen Kolonialherren in dieser Art des Kämpfens unterrichtet wurden.
Im 18. Jahrhundert wurde in Frankreich der wesentlich leichtere Degen entwickelt, der die europäische Fechtschule revolutionieren sollte. Da nun durch Parade und Riposte schnelle Wechsel von defensiven zu offensiven Techniken möglich waren, konnte auf den Parierdolch endgültig verzichtet werden.
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